LVR-Amt für Denkmalpflege
im Rheinland
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Denkmalpflege im Rheinland

Neuerscheinungen 2020/2021

Jahrbuch der Rheinischen Denkmalpflege 47

Jahrbuch der Rheinischen Denkmalpflege, Band 47
Hrsg. von Landeskonservatorin Dr. Andrea Pufke
Michael Imhof Verlag, Petersberg 2021
ISBN 978-3-7319-1179-1; 49,95 €
360 Seiten mit 368 farbigen Abbildungen

Das 1982 feierlich eröffnete Museum Abteiberg in Mönchengladbach, ein spektakulärer Museumsbau der Postmoderne und eines der jüngsten Denkmäler im Rheinland, ziert das Cover des neuen Jahrbuchs der rheinischen Denkmalpflege. Es ist nur eines von mehreren jüngeren Objekten, mit denen sich das LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland (LVR-ADR) 2017 und 2018 beschäftigt hat. So geht es im 47. Jahrbuch des Denkmalpflege-Fachamts unter anderem auch um das ehemalige Verseidag-Verwaltungsgebäude von Egon Eiermann in Krefeld aus den 1950er Jahren, um die Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität aus den frühen 1970er Jahren und um die Karstadt-Hauptverwaltung in Essen, eine Planung des Architekten Walter Brune aus den 1960er Jahren.

„Gerade die jüngeren Bauten sind einem hohen Veränderungsdruck ausgesetzt“, begründet Landeskonservatorin Dr. Andrea Pufke als Herausgeberin der Publikation den Themenschwerpunkt. „Wenn nicht wir die bedeutenden Zeugnisse der jüngeren Vergangenheit in den Blick nehmen, tut es niemand.“

Um Denkmäler zu erkennen, benötigen aber auch die Fachleute der Denkmalpflege mindestens eine Generation Abstand. Oft sind sie der Gesellschaft dabei voraus und brauchen viel Überzeugungskraft, um die Qualität eines Objekts zu vermitteln. Wenn das gelingt, sorgen sie für Inseln der Nachhaltigkeit im hektischen Baugeschehen. „Während heutige Neubauten oft nach 15 Jahren abgeschrieben werden, begleiten Denkmäler viele Generationen“, so Pufke. Erst die übernächste Generation weiß allerdings meistens zu schätzen, was aus der Vergangenheit überliefert wurde.

Ausnahmen bestätigen die Regel. So war die Unterschutzstellung des noch relativ jungen Museums Abteiberg in Mönchengladbach im Jahre 2017, gerade 35 Jahre nach seiner Fertigstellung, nur der Vollzug einer Selbstverständlichkeit. „Es gibt überhaupt keinen Zweifel daran, dass das Gebäude ein Denkmal ist“, so Kulturdezernent Dr. Gert Fischer. Die Stadt wisse um die Bedeutung des Museumsbaus und habe sich schon vor der Unterschutzstellung um die angemessene Pflege und Erhaltung bemüht.

Architekt Hans Hollein hatte das Museum Abteiberg gemeinsam mit dem damaligen Museumsdirektor Dr. Johannes Cladders entworfen. Es wurde einer der „konsequentesten postmodernen Museumsbauten in Deutschland“, so Nadja Fröhlich, Wissenschaftliche Referentin des LVR-ADR und Autorin des Aufsatzes über das Museum Abteiberg. Die Kunsthistorikerin würdigt aber nicht allein die Architektur des Museums, das man immer wieder besuchen müsse, um alle seine Facetten zu erfassen, sondern auch den dazugehörigen Terrassengarten von Anneliese und Peter Latz. Auch er wurde unter Denkmalschutz gestellt.


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