LVR-Amt für Denkmalpflege
im Rheinland
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Denkmalpflege im Rheinland

Inventarisation - Projekt Neues Bauen im Rheinland

100 jahre bauhaus im westen

Zu den bundesweit organisierten Feierlichkeiten zum 100-jährigen Gründungsjubiläum des Bauhauses 2019, in NRW unter dem Motto „100 jahre bauhaus im westen“, wird das LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland einen Führer zu Orten des Neuen Bauens im Rheinland beisteuern.

„Neues Bauen“ und nicht „Bauhaus“ deshalb, weil direkte Verbindungen zum Schulbetrieb des Bauhauses, etwa durch im Rheinland praktizierende ehemalige Studierende des Bauhauses, sehr selten sind und auch die Bauten des kurzzeitigen Bauhaus-Direktors Mies van der Rohe in Krefeld die Ausnahme von der Regel blieben. Dennoch findet sich in der rheinischen Architektur aus der Zeit der Weimarer Republik, die in der Breite eher durch Backsteinexpressionismus, Reformstil und Heimatschutz geprägt erscheint, auch eine Reihe von Bauten, die eine funktionale Konzeption mit einer sachlichen, abstrakt-avantgardistischen Architektursprache verbinden.

Wo befanden bzw. befinden sich diese Bauten, wer hat sie geplant, wer in Auftrag gegeben, welche Bauaufgaben waren zentral, welche nur am Rande vertreten, und welche institutionelle Förderung erhielt die moderne Architektur im Rheinland durch Museen, Ausbildungsinstitute und Bauverwaltungen?

Erstmals soll ein topografisch aufgebauter Objektführer von A wie Aachen bis W wie Wipperfürth und Wuppertal (ein Beispiel aus Zülpich hat sich bislang nicht finden lassen …) eine repräsentative Auswahl zur Architektur des Neuen Bauens im Rheinland bieten.

In mancher Hinsicht wird es sich auch um eine kritische Bestandsaufnahme handeln. Kritisch ist heute der Zustand vieler einstmals ikonischer Objekte, die im Zuge von „Verschönerungen“, Renovierungen und Umnutzung bis zur Unkenntlichkeit verändert wurden, wenn sie nicht ohnehin schon im Zweiten Weltkrieg zerstört oder auch erst später abgerissen wurden. Hier schreibt sich womöglich eine kritische Grundhaltung gegenüber der architektonischen Moderne fort, die sich bis in ihre Sturm- und Drangjahre der Weimarer Republik zurückverfolgen lässt – war doch die Durchsetzung des Neuen Bauens zu dieser Zeit immer das Projekt einiger Weniger, auch wenn sich insbesondere in den Kommunal- und Bauverwaltungen Unterstützung fand.

Und dennoch überrascht die Vielfalt von Beispielen des Neuen Bauens im Rheinland, die auch als kritischer Kommentar zu einer allzu eindimensionalen Huldigung einer zum Label erstarrten „Bauhaus-Moderne“ verstanden werden kann. Hier erweist sich der Ballungsraum des Rheinlands mit seinen vielen selbstständigen Kommunen architektonisch als besonders vielfältiges Terrain, zu dessen Sondierung diese Bestandsaufnahme anregen will.


Ansprechpersonen

Dr. Marco Kieser
Tel 02234 9854 - 515
Fax 0221 8284 - 2949
marco.kieser@lvr.de


Dr. Sven Kuhrau
Tel 02234 9854 - 512
Fax 0221 8284 - 1514
sven.kuhrau@lvr.de