Nideggen, Pulheim. Regine Weber, Eigentümerin von Burg Muldenau in Nideggen, verbindet mit der kleinen Burg in der Eifel, die seit 1845 in Familienbesitz war, eine besondere Liebesbeziehung. „Der Gedanke an die Burg ließ mich nach dem Tod meiner Großmutter nicht los. Sollten wir die Generation sein, die die Burg verkauft? Und so traf ich meine Entscheidung. Nach über zehn Jahren weltweiter Reisetätigkeit zog ich Ende 2022 von Rom nach Muldenau.“
Ein Glück auch für die Denkmalpflege. Denn Untersuchungen des Sachgebiets Bauforschung im LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland (LVR-ADR) haben ein spektakuläres Ergebnis erbracht: Mit 564 Jahren ist der hölzerne Dachstuhl von Burg Muldenau der älteste vollständig erhaltene Burgendachstuhl im gesamten Rheinland. Den zu besichtigen war gestern Anlass für Landeskonservatorin Dr. Andrea Pufke, Leiterin des Denkmalpflege-Fachamts im Rheinland, sich nach Nideggen-Muldenau auf den Weg zu machen.
„Es ist eine tolle Sache, wenn wir als Denkmalpflege-Fachamt dazu beitragen können, die Geschichte eines Denkmals zu erschließen. Dass wir mittels Dendrochronologie das Alter der verbauten Hölzer so genau datieren können, ist eine großartige neue und seltene Kompetenz“, so Pufke.
Dr. Kristin Dohmen, Bauforscherin im LVR-ADR, hat mit ihrem Team die Bauhölzer analysiert: „Im Winter 1461 wurden die Eichen gefällt. Im Frühjahr 1462 wurden sie verbaut. Und sie stehen noch heute - vollständig und original. Mit diesem Wissen konnte eine besonders sensible und substanzschonende Ertüchtigung des Dachwerks durchgeführt werden - gewissermaßen ein best-practice-Beispiel für Denkmalpflege an historischer Holzkonstruktion."
Dass der 564 Jahre alte Dachstuhl überhaupt ans Licht kam, ist seiner Bauherrin, der Ökonomin Dr. Regine Weber zu verdanken, die sich die Denkmalpflege zu ihrem persönlichen Anliegen macht: Um die Burg ihrer Großmutter in die Zukunft zu führen, verließ sie ihren Arbeits- und Wohnort in Italien und managt seitdem mit großem Engagement die Sanierung der Burg. In enger Zusammenarbeit mit der Bauforschung des Denkmalpflege-Fachamts des LVR wurde die spannende Baugeschichte aufgearbeitet.
Das erhaltene Dach- und Tragwerk ist bezüglich seines Alters und seiner Vollständigkeit bislang singulär im Rheinland. Neueste Technologien kamen zudem bei der 3D-Vermessung des Burghauses zum Einsatz. Welche spannenden Erkenntnisse Stück für Stück gewonnen werden, bleibt nicht verborgen: Die Bauherrin lässt die Öffentlichkeit über ihren Instagram-Kanal daran teilhaben. Ein Glücksfall für die Denkmalpflege und aus gutem Grund Bereisungsziel der Leiterin des LVR-Amtes für Denkmalpflege im Rheinland.
Fotos zum Herunterladen:
Dachstuhl-Besichtigung Burg Muldenau / Foto: Silvia Wolf, LVR-ADR
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Im Dachstuhl von Burg Muldenau (v.l.): Paul Höhl, Statiker / Peter Robens, Zimmermann / Jaqueline Höhl, Architektin / Dr. Regine Weber, Bauherrin / Dr. Andrea Pufke, Landeskonservatorin und Leiterin LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland / Maria und Bert-Josef Weber, Eltern / Dr. Kristin Dohmen, Leitung Team Bauforschung im LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland / Foto: Silvia Wolf, LVR-ADR
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Links zum Instagramkanal Burg Muldenau Instagramkanal LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland Instagramkanal denkmal_europa
Pressekontakt: Sabine Cornelius Pressereferentin, LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland
sabine.cornelius@lvr.de
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